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    promobox

    "Ein einziger Mann mit Mut ist eine Mehrheit".
    Der Vorsteher des Eschweger Bahnhofes Willy Völker scharte 1951 eine Gruppe Mitarbeiter um sich, die Interesse am Tennissport zeigten. Der Sport hatte kurz nach dem Ende des II. Weltkrieges seine Bedeutung für die Menschen noch nicht wieder zurückgewonnen.

    Die Zeiten konnten kaum als rosig bezeichnet werden. Die meisten Lebensmittelkarten waren gerade abgeschafft worden, das Durchschnittseinkommen eines Industriearbeiters lag bei 73,34 DM wöchentlich, das der Bahnarbeiter und -beamten dürfte noch um einiges niedriger gewesen sein.

    Und obwohl es an Geld, an Baumaterial und an der angemessenen Tennisausrüstung fehlte, waren es Frauen und Männer vor allem aus dem Eisenbahner Sportverein Union, die ein Trümmergrundstück am Eschweger Bahnhof voller Enthusiasmus in einen roten Sandplatz verwandelten.

    Walter Mühlhausen, der Präsident des Gesamtvereins, unterstützte das Vorhaben nach Kräften. Und schon bald bestand neben den Abteilungen "Fußball" und "Kegeln" auch die Sparte "Tennis" im ESV Union.

    Das Unternehmen "weißer Sport" stieß auf großes Interesse. Die Zahl der Mitglieder schnellte in kürzester Zeit auf 40 Aktive. Diese errichteten in Eigenleistung Schritt für Schritt ohne jegliche finanzielle Unterstützung, aber mit ausgesonderten Schwellen, mit dem Schotter für Geleise und anderen Resten aus Bahnbeständen eine Anlage, auf der bald regelmäßig die damals noch weißen Bälle auf den nunmehr drei Plätzen flogen.

    Es herrschte bald ein reger Spiel- und Trainingsbetrieb auf dieser neuen Sportstätte, deren Novum die "vereinseigene Tennishalle" war, eine ehemaligen Großgarage für Busse. Die Spielerinnen und Spieler nutzten gerne die damals unübliche Möglichkeit, das Racket auch im Winter zu schwingen.

    Im Jahre 1954 stellte die Bundesbahn sogar ein Zimmer in ihrer Kantine als Umkleideraum zur Verfügung. Gegen Ende der fünfziger Jahre wurde dann das Milch- und Lebensmittellädchen "Rudat" am Schützengraben von den Pächtern aufgegeben, als Vereinsheim des TC Union genutzt und kurz darauf in drei Bauabschnitten zu einem seinerzeit modernen Clubhaus mit Sauna ausgebaut.
    Und der sportliche Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Spielerinnen, wie Brunhilde Niegel, und andere Spieler des Clubs gewannen bald ihre ersten Turniere und Titel.

    Dem Vorsitzenden Walter Brede, der bis 1970 an der Spitze des Vereines stand, gebührt das Verdienst, diese Aufbauleistung unter schwierigen Bedingungen mit seinem Vorstand geplant, gesteuert und verantwortet zu haben.
    Seine Frau Margret und seine Tochter Marion Brede aber zogen die Aufmerksamkeit aufgrund ausgezeichneter Leistungen im Tennis auf sich und den jungen Verein.

    Von 1970 bis 1981 lenkte Rudolf Sprung die Geschicke des Clubs. Unter seiner Ägide änderten sich wesentliche Rahmenbedingungen. Längst waren es nicht mehr die Mitarbeiter der Bahn, die den Kern der Aktiven bildeten. Die Sparte "Tennis" des ESV Union repräsentierte jetzt alle Gruppen und Schichten der Eschweger Bevölkerung und der vieler Nachbargemeinden.
    Auch der Name änderte sich. Aufgrund vereinsrechtlicher Vorgaben und der damit verbundenen finanziellen Förderung entstand 1977 aus der ehemaligen Sparte des ESV ein eigenständiger eingetragener Verein, der sich "TC 51 am Bahnhof" nannte. Der familiären Atmosphäre der Sportgemeinschaft tat dies keinen Abbruch, man fühlte sich eher bestärkt. Zukunftsorientiert wählte man grün und weiß als neue Vereinsfarben. Die Mitgliederzahlen stiegen kontinuierlich an und die sportlichen Erfolge ließen aufhorchen.

    Rudolf Sprung, selbst ein ausgezeichneter Turnierspieler, setzte in seinem Programm auf die Jugend, und die Resultate dieser "Politik" ließen nicht lange auf sich warten. Die bereits 1968 erreichte Klassenzugehörigkeit der Damen und Herren zur Gruppenliga wurde 1973 gekrönt von der männlichen Jugend, die erfolgreich in der Verbandsliga, der höchsten Klasse Hessens, spielte.

    Rudolf Sprung erhielt aufgrund seiner Verdienste um den Tennissport viele Auszeichnungen. Er gab dem Verein während seiner langen ehrenamtlichen Tätigkeit Profil, und er wurde nicht zuletzt deshalb vom Hessischen Tennisverband mit der Ehrennadel in Silber und mit der Verdienstnadel des Landessportbundes geehrt.
    Die hohe Wertschätzung, die man ihm entgegengebrachte, drückte sich auch in dem "Rudolf-Sprung-Turnier" aus, das bis in die neunziger Jahre mit Spitzenspielern aus Hessen vom TC 51 im jährlichen Turnus in memoriam veranstaltet wurde.

    In den achtziger Jahren kannte die Tennisbegeisterung um Steffi Graf und Boris Becker keine Grenzen. Sie übertrug sich auf Sportler und Vereine gleichermaßen. Dem TC 51 gehörten in dieser Phase bis zu 270 Mitglieder an. Burckhard Schareina, der Vorsitzende des Clubs von 1981 bis 1989, nutzte den Boom.
    Unter seiner Leitung stieg die erste Mannschaft der Herren mit Spielern wie Stefan und Andreas Niegel, Frank Sodies, Roland Sprung, Hans-Peter Kroll, Dirk Hammel, Adriano van der Sman, Stefan Berghöfer, Mario Rossa und Milos Vecaj 1987 in die Verbandsliga auf, trat gegen Teams aus Hessens Großstädten an und konnte sich gut behaupten.
    Die Nachwuchsarbeit erreichte ein ungeahntes Ausmaß. Zahlreiche Kinder- und Jugendmannschaften nahmen erfolgreich an den Medenrunden des Tennisverbandes teil, und auch die Damenteams konnten bei Meisterschaften und Turnieren ein Wörtchen mitreden.

    Nicht allein wegen einer geplanten Umgehungsstraße, die das Tennisgelände tangieren sollte, sondern vor allem getragen von dem Aufwind, in dem sich die Sportart befand, wurde der Ruf nach mehr und nach neuen Courts laut.
    Bald begann die Suche nach einem neuen Standort. Gleichzeitig fanden im Interesse des Tennissports erste Fusionsgespräche mit dem TC Blau-Weiß Eschwege statt. Mit diesen Aktivitäten und Vorarbeiten setzte Burckhard Schareina die Ziele für die weitere Entwicklung des Vereins.
    Er übergab Aufgaben und Absichten 1989 nach insgesamt 25 Jahren Vorstandsarbeit an seinen Nachfolger Gerhard Sahm.

    Sahm griff die Pläne seines Vorgängers auf. Für ihn hieß die Alternative: "Entweder Renovierung der alten oder Bau einer neuen Anlage?" Eine Phase schwieriger Entscheidungen folgte. Beantwortet werden mussten Fragen zur Finanzierung und zur Auswahl des Standortes.
    Berücksichtigt werden sollte auch der Wunsch vieler Mitglieder, die neue Anlage mit der von dem Investor Ernst Jantz geplanten Tennishalle zu einem Sportzentrum zu verbinden.

    Fast alle Ziele konnten letztlich von einem sehr engagierten Vorstandsteam erreicht, nahezu alle Anforderungen erfüllt werden. Bürgermeister Zick fasste das Ergebnis der Planungen zu diesem Projekt und der sicher nicht immer leichten Verhandlungen mit der Stadt im Mai 1991 wie folgt zusammen:
    "Die Stadt Eschwege begrüßt attraktive Einrichtungen dieser Art". Sie habe ein besonderes Interesse auch an einer Tennishalle und einer neuen Tennisanlage. Beide Maßnahmen seien ein Stück Infrastruktur für Eschwege.

    Am 8. August 1992 wurden das neue Clubhaus des TC 51 eröffnet und die fünf Tennisplätze offiziell freigegeben. In kürzester Zeit war in der Nähe des Bahnhofs in Eschwege ein neues Tenniszentrum entstanden, das eine sportlich sinnvolle Kombination von einer privat getragenen Tennishalle einerseits und den vereinseigenen Freiluftplätzen mit Clubhaus des TC 51 andererseits einging.
    Der Mittelpunkt ermöglicht heute Sport bei jeder Witterung, bildet ein hervorragendes Angebot für alle Tennisfreunde der Region und dient nicht zuletzt der Förderung tennisbegeisterter Jugendlicher.

    Allerdings, diese Leistungen reichen heute bei vielen potentiellen Sportlern offenbar nicht mehr aus, um engere Verbindungen mit einem Verein einzugehen.
    Anders formuliert: Dem Tennisboom folgte die Stagnation der Entwicklung bereits in der Mitte der neunziger Jahre. Nicht alle Blütenträume ließen sich verwirklichen. Vor allem die jugendlichen Spitzenspieler wanderten ab. Die Mitgliederzahlen sanken. Das hohe sportliche Niveau konnte nicht gehalten werden.

    Neue Rahmenbedingungen beeinflussten das Management. Nachdem Volker Stelzner 1996 zum Vorsitzenden des TC 51 gewählt worden war, nutzte er zunächst seine großen Erfahrungen als ehemaliger Schatzmeister, um den sportlichen Standard des Clubs auf einer guten finanziellen Basis zu festigen.
    Dieses Vorhaben führte im Bereich der Aktiven dazu, das nahezu jedes Mitglied, ob Kind, Jugendlicher, Seniorin oder Senior, in eine Mannschaft integriert wurde und damit am interessanten, aber auch fordernden Wettkampfsport des Tennisverbandes teilnehmen konnte. Danach hatte der Vorstand - wie heute in Industrie und Wirtschaft üblich - ein Programm unter der Fragestellung "Was ist ein guter Verein?" zu entwerfen.
    Wiederum stehen dabei heute wie früher Jugendförderung und Mitgliederwerbung, aber auch das Vereinsleben im Zentrum. Es sollen sportliche und gesellige Akzente gesetzt, die angenehme Clubatmosphäre genützt und ein noch stärkeres Wir-Gefühl aufgebaut werden.

    Ein notwendiges übergreifendes Ziel aber ist die weitere Entwicklung des Tennissports in Eschwege. Diese Aufgabe muss vereinsübergreifend in Kooperation mit anderen Verantwortlichen erfüllt werden.
    Besonders erfreulich ist, dass die Vorstände der beiden Clubs unserer Kernstadt, der TC Blau-Weißund der TC 51, bei den erforderlichen Zielvorgaben vollkommen übereinstimmen.

    Orientiert man sich bei einem Abriss der Vereinsgeschichte an den Amtsperioden der Vorsitzenden, geraten allzu leicht jene Momente aus dem Blickfeld, die das alltägliche Vereinsleben seit 50 Jahren bestimmen. Da gab es große Turniere und hochrangige Wettbewerbe, örtliche und überregionale Meisterschaften, Ehrungen und Feiern, das Absommern und Sommerfeste, das geplante und noch mehr das spontane gesellige Beisammensein. Da fanden Jubiläen, Treffen mit Partnervereinen, Freundschaftsspiele, Fahrradtouren oder spannende Hauptversammlungen statt.

    Und da gab und gibt es immer wieder Frauen und Männer, die - wie zur Gründerzeit - mit Freude schmücken, ausbessern, reparieren und verschönern. Ihre eher leisen Leistungen sind oft nicht minder zu würdigen als jene der ausgewählten Sportlerinnen und Sportler, die an der Geschichte des Clubs mitgeschrieben haben. Ihre Namen zu nennen und ihre Erfolge zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Skizze sprengen. Auf den  Sieger- und Ehrenatfeln im Vereinsheim jedoch sind sie aufgeführt und können nachgelesen werden.

    Die Gelegenheit dazu bietet sich vom 17. bis 19. August 2001. Der TC 51 Eschwege begeht sein fünfzigjähriges Jubiläum auf seiner Anlage am Bahnhof mit Vertretern aus Politik, Sport und Wirtschaft, mit Sponsoren sowie mit Sportlerinnen und Sportlern befreundeter Vereine.
    Er lädt Kinder, Jugendliche sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger ein. Für die Besucher wird an zwei Tagen ein reichhaltiges Programm geboten, das vom Flohmarkt für Kinder- und Jugendliche über eine Auto- und Fahrradausstellung, dem Gesundheits-Check bis hin zum Tennisspiel für jedermann und dem Vergleichskampf von Spitzenspielern führt.

    Und der sportliche Erfolg? Der stellte sich auch wieder ein. Dank einer hervorragenden Jugendarbeit konnte die Herrenmannschaft mit jungen Talenten wie Robert Ruhlandt und Vedran Bahtijarevic in den Jahren 2003 bis 2006 den Durchmarsch von der Bezirksliga B bis in die Gruppenliga feiern. Dort spielten die Eschweger Tennicracks vier Jahre, ehe der Aufstieg in die fünfthöchste deutsche Klasse gelang. Nun bietet der TC 51 Eschwege internationales Tennisflair gepaart mit regionalen Talenten. Nie zuvor konnte man so starke Tennisprofis wie Konstantin Kravchuk oder Marin Franjicevic bewundern. Weit über 100 Zuschauer finden den Weg auf die herrliche Anlage. Geht es nach den Verantwortlichen, soll das auch so bleiben.

    Text: Dr. Rainer Angermann (ergänzt von Florian Quanz)